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Gelebte Liturgie

Wenn ich an meine Jugend auf einem katholischen Gymnasium zurückdenke, dann war Joseph Ratzinger immer der Bezugspunkt, wenn man wissen wollte, was denn katholischer Glaube sei. Sein Name war Garant für Orientierung.

Später trat ich in eine junge Gemeinschaft der traditionellen Liturgie ein, die nicht zuletzt aufgrund seiner väterlichen Hilfe ihren Platz in der Kirche finden konnte. Hier begegnete ich ihm auch zum ersten Mal persönlich als sein Diakon bei einem Pontifikalamt in Weimar. Heute noch bin ich beeindruckt von der - man möchte sagen - Gelehrsamkeit und Demut, mit der sich der berühmte Kardinal durch die komplexe Zeremonie führen ließ – durchaus keine Selbstverständlichkeit. Zum ersten Mal bemerkte ich etwas, was in meiner weiteren Wahrnehmung konstant bleiben sollte: Er lebte die Liturgie!

Als ich meine Dissertation über Liturgie in der Theologie Ratzingers schrieb, erkannte ich die existentielle Tiefe seines Denkens überhaupt. Ich erkannte, wie bei ihm die Theologie in der Liturgie als kirchlicher Feier gründet, wie sich Liturgie und Theologie ins Leben übersetzen und wie ein solches Leben wieder zur Gottesverehrung der Kirche zielt. Darin ist mir Joseph Ratzinger bleibendes Vorbild!


Sven Leo Conrad FSSP (Deutschland)

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